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Jahnishausen

Ortseingang Jahnishausen

 

 

 

 

 

 

 

Ein romantisches Fleckchen Erde ist Jahnishausen mit seinem kleinen Schloss, dem Park und der Schlosskirche. Das entdeckte schon der sächsische Prinz Johann (1801 - 1873, von 1854 bis zu seinem Tode sächsischer König), der das Schloss und das Rittergut als Rückzugsort für sich und seine Familie 1824 erwarb. In Jahnishausen betrieb Johann von Sachsen seine Dante-Studien. Die er unter dem Pseudonym "Philaletes" (Freund der Wahrheit) veröffentlichte. Die Übersetzung der "Göttlichen Komödie" trug zu seinem Ruf bei, ein "Gelehrter auf dem Königsthron" zu sein. Der Ursprung vom Rittergut und Schloss Jahnishausen ist eine mittelalterliche Wasserburg, die sehr wahrscheinlich aus einem palisadengeschützten Wohnturm bestand und von einem Graben mit Zugbrücke umgeben war. Mit etwas Phantasie ist diese Anlage noch heute als Insel im Schlossteich, dem Waal, erkennbar. Ab Mitte des 15. Jahrhunderts bis zum Ende des dreißigjährigen Krieges hatte die in dieser Region weit verbreitete und sehr einflussreiche Familie von Schleinitz das Gut in Besitz. Danach wechselten die Eigentümer oft. Von 1824 bis 1945 war es Besitz des königlichen Königshauses.

 

Da die landwirtschaftliche Berufsschule aus Riesa dorthin verlegt worden war, blieb das Schloss Jahnishausen im Gegensatz zu vielen anderen Schlössern der Region vom Schicksal einer Zerstörung (aus ideologischen Gründen) in den 40er Jahren verschont. Das 1969 durch einen Brand schwer beschädigte und anschließend aufgegebene Schloss verfiel zusehends, bis es 1995 durch die Dt. Stiftung Denkmalschutz notgesichert werden konnte. 2003 gründete sich der Kulturverein Accademia Dantesca Jahnishausen e. V. (www.a-d-j.de), um dieses Baudenkmal wieder herzustellen. Vom Frühjahr bis Herbst kann das Schloss Jahnishausen 14-tägig (an Sonntagen) besichtigt werden. Die denkmalgeschützten Gebäude des ehemaligen Rittergutes werden durch die Lebenstraum-Gesellschaft, ein genossenschaftlich basiertes Wohnprojekt, mit viel Liebe zum Detail wieder bewohnbar gemacht.

 

Zu allen Jahreszeiten sehenswert ist auch der Schlosspark, ein kleiner, aber feiner Landschaftspark, der in das umgebende, seit 1960 bestehende Naturschutzgebiet Jahn-Auwälder eingebettet ist. Hier blühen neben dem Weg nach Nickritz in jedem Frühjahr auf großen, zusammenhängenden Flächen Tausende der vom Aussterben bedrohten Märzenbecher (Leucojum vernum). Ein kleiner "botanischer Garten" direkt neben dem Schloss wir d bereits 1717 erwähnt. Der Besitzer Georg Wilhelm von Hopfgarten, kursächsisch/königlich sächsischer Minister gestaltete zwischen 1796-1813 den Park so, wie er heute aufzufinden ist. Damals wurde wahrscheinlich auch der Ginkgo vor dem Schloss gepflanzt, der heute das älteste Exemplar seiner Art in der Region Meißen ist. Einen besonderen Anziehungspunkt bietet außerdem der Chinesische Pavillon auf der Insel im Waal.

 

Südlich des Ortskerns von Jahnishausen verläuft die alte Hohe Straße, auch "via regia" genannt von Schlesien nach Leipzig. Jahnishausen ist von Riesa aus nicht nur mit dem Auto, sondern auch nach einer leichten Wanderung oder Radtour über den Jahnatalwander- und Radweg zu erreichen. In Oelsitz verlässt man den Weg und erreicht nach wenigen Minuten Jahnishausen, dessen Schlosskirche dann schon von weitem grüßt.

 
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